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Glücksspielbarometer 2/2017

Glücksspiel im Zerrspiegel:

Wirtschaftskraft unterschätzt – Probleme überschätzt

• Bezüglich der Anzahl der Arbeitsplätze schätzen fast Dreiviertel der Bürger die Branche deutlich zu klein ein.

• Die Anzahl der Personen mit einem pathologischen Spielverhalten wird dagegen stark überschätzt.

 
Die aktuellen Ergebnisse des Glücksspielbarometers bestätigen eine Studie des Handelsblatt Research Instituts „Der Glücksspielmarkt in Deutschland – eine volkwirtschaftliche Betrachtung“, die von Institutspräsident Prof. Bert Rürup im April in Berlin vorgestellt wurde. Die wirtschaftliche Bedeutung der Glücksspielbranche in Deutschland wird deutlich unterschätzt: 72 % der Bevölkerung unterschätzen die Anzahl der Beschäftigten (ca. 198.000 laut Handelsblatt Research Institute) im Vergleich zur Pharma- und Möbelindustrie. Auf der anderen Seite wird der Anteil der Personen in der Gesamtbevölkerung, die ihr Spielverhalten am Spielautomaten nicht mehr unter Kontrolle haben, auf durchschnittlich 36 % geschätzt. Diese Schätzung liegt um ungefähr das Hundertfache über dem tatsächlichen Wert von ca. 0,37 % (pathologisches Glücksspiel) der Bevölkerung, die laut einer Studie der BZgA* unter Spielsucht leiden.

Für Dr. Daniel Henzgen, Bevollmächtigter der Geschäftsführung für Politik und Au-ßenbeziehungen bei LÖWEN ENTERTAINMENT sind diese eklatanten Fehleinschätzungen auch ein Ergebnis der Berichterstattung: „Die mediale Logik rückt oft Einzelschicksale in den Vordergrund und stellt eine Verbindung zwischen der Ver-fügbarkeit des Glücksspielangebots, der Anzahl der Spielhallen und der Entstehung von problematischem Spielverhalten her. Die Häufigkeit und Emotionalität der Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag und den Landesspielhallengesetzen hat den Eindruck erweckt, es handle sich um ein zahlenmäßig sehr großes Problem, das einer drastischen Angebotsreduzierung bedarf. Dass Spieler- und Jugendschutz konsequent umgesetzt werden müssen, steht außer Frage, allerdings gehen einige Regulierungsmaßnahmen deutlich am Ziel vorbei, schädigen eine volkswirtschaftlich bedeutsame Branche und begünstigen illegale Angebote. In der gesamten Thematik braucht es weniger Emotion und mehr Empirie.“, so Dr. Daniel Henzgen weiter.

Obwohl die Glücksspielbranche in Deutschland mit 198.000 Arbeitsplätzen fast doppelt so viele Menschen beschäftigt wie die Pharma- und Möbelindustrie (zusammen ca. 200.000 Beschäftige), schätzen 15 % deren Beschäftigtenzahl im Vergleich auf „deutlich weniger als halb so viele“, 33 % auf „etwa halb so viele“ und 24 % auf „etwa gleich viel“. Nur 20 % liegen mit der Einschätzung richtig, dass die Glücksspielbranche „etwa doppelt so viele“ Arbeitsplätze biete wie die Pharma- oder Möbelindustrie.

Die Rürup-Studie kommt in der Zusammenfassung zu dem Schluss: „Die Glücksspielbranche ist von großer Bedeutung für den deutschen Arbeitsmarkt.“ Nach Ein-schätzung des Handelsblatt Research Instituts könnten jedoch durch die Abstandsregelungen und das Verbot von Mehrfachkonzessionen schon bald bis zu 36.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Für das Glücksspielbarometer wurden von der Smartcon GmbH in Mainz im Auftrag der LÖWEN ENTERTAINMENT GmbH im Mai 2017 insgesamt 1.000 Online-Interviews geführt. Die Stichprobe war dabei repräsentativ für die Gesamtbevölke-rung der Bundesrepublik Deutschland.

* Haß, Wolfgang & Lang, Peter (2016). Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland. Ergebnisse des Surveys 2015 und Trends. Forschungsbericht der BZgA. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Download Handelsblatt Research Institut: „Der Glücksspielmarkt in Deutschland“: research.handelsblatt.com/de/aktuell/news/der-gluecksspielmarkt-in-deutschland
 

Das Bild zum Glücksspielbarometer finden Sie hier.

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